Aktueller Eurokurs
Entwicklung des Eurokurses
Eigentlich gibt es den Euro schon länger, als ihn die Europäer als Geld in den Händen halten, nämlich als Buchgeld schon seit dem 01. Januar 1999. Und auch zuvor war in einem Währungskorridor die Koppelung der europäischen Währungen immer enger geworden, nämlich innerhalb der schon seit 1979 verwendeten Verrechnungseinheit Ecu. Wenn man also den Eurokurs exakt betrachtet, sollte man mindestens die Zeitspanne seit dem 01.01.1999 anschauen, selbst wenn sich mit der Einführung des Papier- und Münzgeldes auch im europäischen Warenumschlag einiges geändert hat. Der Kurs des Euro steht am 18.10.2011 bei 1,3675 zum Dollar, und vorab: Das ist gar nicht schlecht. Im Jahr 1997 hatte er, in Ecu umgerechnet, einen ähnlichen Kurs, im Jahr 1999 stand er um 1,10 und fiel dann bis zur Einführung des Papiergeldes am 01.01.2002 auf 87 Cent. Wissen Sie das noch? Ein Dollar war mehr wert als ein Euro. Dann setzte die Währung zum Höhenflug an, Europa und die Welt waren begeistert, arabische und asiatische Staaten begannen, einen Teil ihrer Anleihen in Euro aufzunehmen. Der Euro kletterte auf 1,38 im Jahr 2005 und dann noch einmal auf knapp 1,60 im Jahr 2008, das tat aber der europäischen Exportwirtschaft gar nicht gut. Heute steht er da, wo er vor rund 15 Jahren schon stand. So what?
Der Euro ist gesund
Die europäische Schuldenkrise hat fatale Auswirkungen, die sich noch verschlimmern könnten, es steht jetzt schon fest, dass wir sie mit unseren Steuern bezahlen werden. Aber eines tut sie nicht: Sie beeinträchtigt nicht den Eurokurs. Dieser bewegt sich seit dem Ende der 2008er Finanzkrise in einer Range zwischen etwa 1,25 bis 1,45 zum Dollar, ein Währungsverhältnis, das man als gesund bezeichnen könnte. Interessant ist freilich die Betrachtung anderer Währungen. Gegen den Schweizer Franken ist der Euro seit 2009 kontinuierlich gefallen, bis die Schweizer im Sommer 2011 die Notbremse zogen und eine Untergrenze von 1,20 Franken gegen einen Euro festlegten. Gegen das britische Pfund bewegt sich der Euro seitwärts wie gegen den Dollar, gegen den Yen fällt er, ebenso gegen starke Währungen wie etwa die norwegische Krone, wobei sich hier ein niedriges Niveau schon länger eingepegelt hat. Dass er jedoch gegen die zweite starke Weltwährung, den Dollar, drastisch fallen könnte, ist derzeit nicht zu befürchten. Und selbst wenn: Europäischen Exporten würde das nicht schaden. Die europäische Krise ist eine Schuldenkrise, (noch) keine Wirtschaftskrise. Erst wenn Banken und Staaten gerettet werden müssen und das nur über signifikante Steuererhöhungen zu finanzieren wäre, würde das auf die Wirtschaft und nachfolgend eventuell auch auf den Eurokurs durchschlagen.